Die vergangenen Jahre sind von einer zunehmend multipolaren und fragmentierten Weltordnung geprägt, die Europa vor erhebliche Herausforderungen bei der Sicherstellung stabiler Liefer- und Energieversorgungsketten stellt. Zwar hat die Europäische Union bereits ambitionierte energie-, klima- und industriepolitische Ziele und Maßnahmen auf den Weg gebracht, doch gilt es, diese weiter zu schärfen und durch zusätzliche Maßnahmen zu ergänzen, um die geplante europäische Energiewende noch resilienter gegenüber externen Einflüssen zu gestalten.

Dabei ist neben einer ausgewogenen Ausgestaltung des Energiemarktdesigns und der Implementierung anreizbezogener energie- und klimapolitischer Lenkungsinstrumente, die die Erfordernisse der europäischen Wettbewerbsfähigkeit angemessen berücksichtigen, auch die Ausschöpfung sämtlicher europäischer Rohstoffpotenziale sowie der Etablierung einer zukünftigen Recycling- und Kreislaufwirtschaft für Energietechnologien von entscheidender Bedeutung.

Aus technologischer und regulatorischer Sicht ist es zudem erforderlich, auf neue Entwicklungen – etwa den derzeit stark wachsenden Einsatz von Batterietechnologien und Datenzentren – rasch und flexibel zu reagieren und Allokationsentscheidungen sowie Fragen der Netz- und Systemdienlichkeit effizient, zielgerichtet und nachhaltig zu treffen. Bei der Integration neuer Energietechnologien in sektorengekoppelte Energiesysteme gilt es darüber hinaus, neben klassischen energiebezogenen Fragestellungen, wie etwa der Ausschöpfung sämtlicher vorhandener Flexibilitätspotenziale oder beispielweise der Nutzung von Abwärme, insbesondere die Wechselwirkungen mit Material- und Ressourcenverfügbarkeiten sowie dem Wasserbedarf im Blickfeld zu haben. Die jüngste Hitzeperiode in Europa im Sommer 2026 hat eindrucksvoll verdeutlicht, wie vielfältig und weitreichend die Auswirkungen extremer Wetter- und Klimaereignisse auf die Funktionsfähigkeit des Energiesystems sein können.

All diese komplexen Zusammenhänge gilt es, in Energie- und Klimamodellen – zunehmend unterstützt mit KI – möglichst realitätsnah abzubilden, um fundierte und robuste Entscheidungsgrundlagen auf wissenschaftlicher Basis für Entscheidungsträger in Industrie, Behörden, Verbänden und Politik bereitzustellen. Diesem Anspruch fühlt sich die IEWT, eine der größten deutschsprachigen wissenschaftlichen Energiekonferenzen, seit nunmehr 28 Jahren verpflichtet: Im universitären Umfeld aktuelle Fragestellungen gemeinsam mit allen maßgeblichen Entscheidungsträgern wissenschaftlich fundiert zu erörtern und gemeinsam Lösungsansätze für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu entwickeln.

Wir laden wieder herzlichst ein, zu all den angeführten und angrenzenden Themen Beiträge einzureichen und freuen uns auf interessante Diskussionen bei der 15. Internationalen Energiewirtschaftstagung an der TU Wien..

Organisationsteam:
Hans Auer
Antonia Golab
Christoph Loschan

News

Aus EEG wird ESELab!

Liebe Freund:innen der IEWT,

aus der Energy Economics Group wird das Energy System Economics Lab (ESELab)! Neuer Name, gleiches Team, und die Qualität bleibt wie immer im Aufwind. Gemeinsam mit unseren Kolleg:innen vom Power Engineering Lab unter der Leitung von Bernd Klöckl bilden wir außerdem das neugegründete Institut: das Institute of Net-Zero Energy Systems (INES).

Für die IEWT ändert sich dadurch nur das Logo, nicht aber unsere Vorfreude auf Eure Beiträge und auf ein Wiedersehen im Februar 2027 in Wien!

Authored on Thursday, 2026-10-01, 16:17 , last edited on Thursday, 2026-10-01, 16:17 .

Der Call for papers wurde ausgesandt!

Hier die wichtigsten Daten zur Einreichung der Beiträge:

  • Einreichen der Kurzfassung bis: 22.11.2026
  • Mitteilung über Annahme des Beitrags bis: 20.12.2026
  • Einreichen der Endfassung des Beitrags bis: 31.01.2027
Authored on Tuesday, 2026-09-15, 19:56 , last edited on Tuesday, 2026-09-15, 19:56 .